Der Schweinehund - 2: O Maneta

Erschienen: Juni 2021

Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Die Story entwickelt sich rasend schnell und die Ereignisse überschlagen sich fast. Das macht das Ganze deutlich spannender, führt aber auch dazu, dass einige Elemente vernachlässigt werden – wie etwa die Beziehung zwischen Baia und Max.

Zeichnung

Ähnlich wie schon im ersten Band ist der Clash zwischen dem sehr cartoonigen Zeichenstil und der doch sehr expliziten Gewalt etwas gewöhnungsbedürftig, entwickelt aber doch eine krasse Faszination.

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Nina Pimentel Lechthoff
Tief im Dschungel wartet der Schatz

Comic-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Nov 2021

Was bisher geschah...

Nach dem Tod seiner Mutter will Max endlich erfahren, wer sein Vater ist. Um das herauszufinden macht er sich auf in das entlegenen Dorf Kalimboantão, irgendwo im Amazonas, wo seine Mutter lange gelebt und Max auf die Welt gebracht hat. Doch zwischen seiner Ankunft und den Ereignissen im zweiten Band von „Der Schweinehund“ passiert jede Menge.

Max freundet sich mit drei Französinnen an, die in Kalimboantão wohnen. Sie verbringen ein paar glückliche und sorglose Tage miteinander. Doch im Laufe der Geschichte trennen sich ihre Wege. Und ab da geht für sie alle mehr oder weniger alles den Bach runter.

Auf der Flucht

Nach den Ereignissen von Band 1 müssen sich die Krankenschwestern Christelle und Charlotte verstecken, denn sie haben einen Mann erschossen. Dass sie aus Notwehr gehandelt haben, dürfte aber für die Kumpels des getöteten Mannes nicht allzu viel zählen. Denn nicht nur haben die beiden Krankenschwestern einen von ihnen getötet. Sie haben eine junge Frau aufgenommen, die von Menschenhändlern entführt und im Holzfäller-Camp als Prostituierte hätte arbeiten sollen.

Auch Max und Baia, eine indigene Frau, die er in Kalimboantão kennengelernt hat, sind auf der Flucht vor den gleichen Typen. Denn sie haben die Entführung der jungen Frau gesehen. Ihre Mitfahrgelegenheit wird von den Entführern getötet, Max und Baia können in den Dschungel fliehen und müssen sich dort durchschlagen. Da Max von einer Geschlechtskrankheit geplagt – und fast dahingerafft – wird, muss Baia ihn versorgen. Im Dschungel kommt sie gut zurecht, sie kann den beiden einen Unterschlupf bauen und den kranken Max mit selbst erstellter Medizin retten. Doch in den Tiefen des Dschungels lauern mehr Gefahren als Krankheit und Wildtiere. Baia wird von einem Geist besucht, dem Geist eines jungen Mädchens.

Fast wie Tim und Struppi, nur mit mehr Blut und Gewalt

Man sollte sich nicht vom Zeichenstil täuschen lassen, denn diese Comic-Reihe ist nichts für schwache Nerven – oder kindergerecht. Wie schon in Band 1 sind die Figuren sehr überzeichnet und erinnern an – eher für Kinder gedachte – Comics wie Asterix und Obelix oder Tim und Struppi. Und dann wird einem Typen in den Kopf geschossen, der nächste wird mit einem Baseball erschlagen. Diese Spannung zwischen den cartoonigen Figuren und der sehr expliziten Gewalt ist gelinde gesagt anspruchsvoll. Zwischen den zwei Bänden lag eine lange Lesepause, dementsprechend musste ich mich wieder an diesen Kontrast gewöhnen. Aber es lohnt sich, denn der Stil von Pont ist sehr ansprechend.

Was im Dschungel so alles los ist!

Was alles so passiert, da könnte man meinen, „Der Schweinehund“ wäre ein mehrere hundert Seiten schwerer Comic. Aber Régis Loisel und Olivier Pont straffen und komprimieren ihre Geschichte und ihre Erzählweise so krass, dass jeder Band knapp unter 100 Seiten lang ist. Das führt einerseits dazu, dass die Erzählung sehr flott voranschreitet und man kaum Zeit hat, Luft zu schnappen, und schon passiert das nächste Drama. Andererseits bleibt so auch kaum Platz für Charakterentwicklung oder Beziehungsaufbau. Das ist zwar bei den Krankenschwester-Freundinnen nicht so schlimm, ihre Freundschaft kommt sehr gut rüber. Aber vor allem die aufkeimende Liebe zwischen Max und Baia passiert mir zu plötzlich.

Dieses Problem taucht auch mit dem Erscheinen des Geistermädchens im Dschungel auf. Wer sie ist, wird schnell klar. Aber das warum, also was ein Geist im tiefen Urwald zu suchen hat und warum nur Baia sie sehen kann, das wird nicht erklärt. Eigentlich mag ich es, wenn mir nicht jedes Element einer Geschichte erklärt wird und ich ein bisschen im Text forschen und diesen interpretieren muss. Aber diese Geistererscheinung ist so unvermittelt und passt ansonsten nicht so recht in die sehr bodenständige Geschichte, sodass ich nicht dadurch neugierig wurde, sondern eher mich fragte, was das soll.

Fazit:

Band 2 von „Der Schweinehund“ führt die Geschichte vom ersten Band nahtlos weiter. Auch die Probleme und Highlights werden weiter durchgezogen. Alles geht Schlag auf Schlag und sehr schnell voran, was einerseits die Spannung aufrechterhält. Andererseits bleibt so vieles auf der Strecke – vor allem die Beziehung von Max und Baia leidet sehr darunter. Dafür finde ich die Dynamik zwischen den drei Französinnen, der Barbesitzerin und dem Hauptmann sehr gelungen. Aber was ihre Geschichte angeht, will ich nichts spoilern, also los – selber lesen!

Der Schweinehund - 2: O Maneta

Der Schweinehund - 2: O Maneta

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