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Story
Zeichnung

Story

Matt Kindt verbindet klassisches Krimi-Motiv mit phantastischer Science Fiction. Überraschende Wendungen und unheimliche Begegnungen sorgen immer wieder für Dramatik und Spannung.

Zeichnung

Kindts Bilder sind jederzeit einnehmend. Der Stil ist insgesamt rau, kräftig und markant. Es gibt keine kühle, moderne Hightech-Inszenierung. Stattdessen faszinierend lebendige Bilder mit beinahe nostalgischer Phantastik, die durchaus an Jules Verne erinnern mag.

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André C. Schmechta
Spannendes Tiefsee-Kammerspiel, das dem Leser mit kurzen Rückblenden Luft zum Atmen gönnt.

Comic-Rezension von André C. Schmechta Apr 2019

Dept. H ist eine Forschungsstation sechs Meilen unter der Wasseroberfläche. Sieben Personen arbeiten hier. Eine Person ist tot. Und Mia soll klären, ob es Mord war. Der Tote ist niemand geringeres als ihr Vater - Dr. Hari Hardy.

Autor und Zeichner Matt Kindt hat u.a. schon für DC, Marvel und Valiant gearbeitet und wurde bereits mehrfach für den Eisner und Harvey Award nominiert. Er nimmt den Leser auf über 170 Seiten mit auf einen beklemmenden Tauchgang. Hier unten, sechs Meilen tief, gibt es keine Südsee-Romantik mit bunten Korallenriffen in türkisblauem Wasser. Düster geht es zu. Die Tiefseestation ist ein wenig behagliches Umfeld, umgeben von Dunkelheit und seltsamen Meeresbewohnern.

Alle unter Verdacht

Die Stimmung ist angespannt, niemandem gefällt es, dass Mia an Bord ist, um dem Tod ihres Vaters nachzugehen. Auch ihr Bruder Raj ist unter den sieben Crew-Mitgliedern, doch auch ihn muss Mia unter Verdacht stellen. Einfach so entfliehen kann von Dept. H niemand. Dennoch ist gleichzeitig jeder auf den anderen angewiesen, damit das (Über-)Leben auf der Station gesichert ist.

Überraschende Wendungen und unheimliche Begegnungen sorgen immer wieder für Dramatik und Spannung. Ein Virus infiziert den Forschungsleiter; Bei einer Außenexpedition werden Mia und ihr Bruder von einem krakenähnlichen Wesen angegriffen. Mia kann im letzten Moment gerettet werden, Raj bleibt verschwunden; Eine Explosion an Bord - Sabotage?

Interessant aber ist vor allem das gesamte Beziehungsgeflecht der Personen, das sich vor allem durch die vielen Rückblenden offenbart. Da ist Philipp, Chef der Organisation USEAR, welche die Forschungen von Mias Vater verwaltet. Mia steht ihm skeptisch gegenüber. Wir erfahren von dem ersten großen gescheiterten Forschungsprojekt ihres Vaters - einer Weltraumstation, die nach Leben im All suchen sollte. Wie nah standen sich Lily - Mias Sandkastenfreundin - und ihr Vater? Wie eigensinnig ist Roger, Vaters Geschäftspartner und engster Freund?

Nostalgisch anmutende Phantastik

Kindts Bilder sind jederzeit einnehmend. Der Stil ist insgesamt rau, kräftig und markant. Es gibt keine kühle, moderne Hightech-Inszenierung. Stattdessen faszinierend lebendige Bilder mit beinahe nostalgischer Phantastik, die durchaus an Jules Verne erinnern mag. So zum Beispiel die seltsam anmutenden Unterwasseranzüge mit überbetonter Form der Helme. Wie Ellipsen sehen sie aus, die zu den Enden spitz zulaufen. Zahlreiche Okulare bedecken die Vorderseite, die Extremitäten des Anzuges enden in organisch anmutenden Tentakeln. Wie fremdartige Wesen im dunklen Meer muten die Taucher an.

Sharlene Kindt betont die Szenerien mit intensivem Farbspiel und viel schwarz. Nur gelegentlich durchbricht sie die enge, bedrohliche Atmosphäre, wird mal leicht und beinahe malerisch, wenn Mia auf einer Doppelseite alleine im weiten Meer zu schweben scheint. Die zuvor genannten Rückblenden hingegen entfärbt Kindt und trennt sie so auch optisch von der Haupthandlung.

Fazit:

„Dept. H“ ist ein spannendes, intensives Tiefsee-Kammerspiel, das dem Leser mit kurzen Rückblenden Luft zum Atmen gönnt. Matt Kindt verbindet klassisches Krimi-Motiv mit phantastischer Science Fiction. Noch sind nicht alle Hintergründe offenbar und der Tod von Mias Vater nicht aufgeklärt. Es bleibt also zu hoffen, dass der Hinstorff-Verlag schon bald den Rest der Geschichte veröffentlichen wird.

DEPT. H - Unter Druck

DEPT. H - Unter Druck

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