Das Haus am Wald

Das Haus am Wald
Das Haus am Wald
Wertung wird geladen
André C. Schmechta
8

Comic-Couch Rezension vonSep 2018

Story

Die Flucht einer jungen Frau aus ihrem Alltag wirft sie zurück in die Vergangenheit und führt zur Enthüllung eines tragischen Familiengeheimnisses. Hannes Nüsseler geht sparsam und bedacht mit Text um. So gibt es meist nur knappe Dialoge seiner Figuren.

Zeichnung

Die Komposition der Szenen ist präzise, abwechslungsreich und dabei äußerst atmosphärisch. Klare Konturen und nuancierte Kontraste werden mit flächigen Strukturen und graphischen Mustern in Einklang gebracht und geben den Bildern ihr charakteristisches Aussehen.

Enthüllung eines tragischen Familiengeheimnisses

Diana zieht nach Talberg. In das leerstehende Haus ihrer Eltern. Diana ist schwanger. Mit ihrem Freund Tom läuft es gerade nicht gut. Und auch das Verhältnis zur ihrer Mutter ist angespannt. Ihr Vater ist tot.

Raus aus dem Alltag, zurück in die Vergangenheit

Mit ihrer Freundin Yvonne fährt Diana nach Talberg, um sich das Haus anzusehen. Das moderne Gebäude mit Pool liegt fernab des kleinen Ortes an einem Wald. Noch gibt es keine neuen Mieter und ihre Mutter wird in der jetzigen Wohnung bleiben.

Im Haus erwachen erste Erinnerungen an die Kindheit. Ihr Vater ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als Diana noch ein kleines Kind war. Doch Begegnungen und Gespräche in der Ortschaft lassen sie an dieser Geschichte zweifeln. Wurde Sie all die Jahre belogen? Wenn ja, warum? Und wer ist der Anrufer, der einfach auflegt?

Vor allem die Bilder erzählen

Hannes Nüsseler geht in seiner Graphic Novel äußerst sparsam und bedacht mit Text um. So gibt es meist nur knappe Dialoge seiner Figuren. Über viele Seiten lässt er nur Bilder erzählen. Wie zum Beispiel im Kapitel „Oktober“. Über 10 Seiten schauen wir Diana zu, wie sie den Schreibtisch verlässt, durch den Wald hinter dem Haus streift. Wird sie beobachtet?

Aber es bedarf auch nicht vieler Worte. Denn die Komposition der Szenen ist präzise, abwechslungsreich und dabei äußerst atmosphärisch. Nüsseler hat das richtige Gespür für Dramaturgie. Geschickt fordert er die Aufmerksamkeit des Lesers und lenkt den Blick des Betrachters. Seine Bilder reduziert er immer auf das Notwendigste, es scheint keine überflüssigen Bestandteile zu geben. Das können mal einzelne Gegenstände sein oder auch die schon beinahe üppige Natur im Wald. Manche Motive haben dabei etwas Flüchtiges und Beiläufiges, wieder andere wirken konzentriert und lassen länger Innehalten.

Die Zeichnungen sind auf kräftigem Papier ganz in schwarz weiß gehalten. Klare Konturen und nuancierte Kontraste werden mit flächigen Strukturen und graphischen Mustern in Einklang gebracht und geben den Bildern ihr charakteristisches Aussehen. Die strengen geometrischen Linien des Elternhauses stehen ganz im Gegensatz zur emotionalen Unruhe, die es auszulösen vermag.

Fazit:

Die Flucht einer jungen Frau aus ihrem Alltag wirft sie zurück in die Vergangenheit und führt zur Enthüllung eines tragischen Familiengeheimnisses. Hannes Nüsseler schafft eine besondere Atmosphäre – bedrückt, melancholisch. Die ganze Zeit liegt etwas in der Luft und der Leser wartet förmlich auf Wendepunkte, versucht Hinweise auszumachen oder Dianas Erinnerungen und Traumfragmente zu entschlüsseln, bevor schließlich im Schein der Taschenlampe sprichwörtlich Licht ins Dunkel gebracht wird.

Die knapp 120 Seiten vergehen entsprechend schnell und doch möchte ich das Buch nach der Auflösung noch nicht aus der Hand legen. Ich blättere noch einmal durch die Seiten, während Diana schon auf dem Rückweg ist - zurück nach Hause.

Das Haus am Wald

Ähnliche Comics:

Deine Meinung zu »Das Haus am Wald«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Comic schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Loading
Loading
Letzte Kommentare:
Loading
Loading

Alita:
Battle Angel

Der „Große Krieg“ ist seit 300 Jahren vorbei. Unter der gigantischen Himmelsstadt Zalem, der letzten ihrer Art, befindet sich Iron City. Hier sind alle Strukturen zusammengebrochen, was die Straßen - speziell nach Einbruch der Dunkelheit – zum gefährlichen Pflaster werden lässt. Im Jahr 2563 sind Cyborgs keine Seltenheit mehr und viele von ihnen verdienen sich ihr Geld als Kopfgeldjäger… sogenannte Hunter-Warrior. Titelbild: © 2019 Twentieth Century Fox

mehr erfahren