Daffodil - Die Vampiragentin

Erschienen: Mai 2013

Couch-Wertung

7
Story
Zeichnung

Story

Actionreiche und überraschend blutige Unterhaltung, die gelegentlich nicht zu wissen scheint, welche Richtung sie denn nun einschlagen soll. Interessante Ansätze werden grundlos über Bord geworfen. Solide zum Ende geschaukelt, auch wenn Fragen unbeantwortet bleiben.

Zeichnung

Obwohl nur ein Zeichner am Werk ist, wird hier stilistische Abwechslung geboten. Kapitel 1 hat optisch die Nase vorn, aber auch der erwachsenere Look der dritten Episode kann überzeugen. Lediglich die zu kleinen Panels geben Grund zur Beanstandung.

Leser-Wertung

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Marcel Scharrenbroich
Hätt‘ ich dich heut‘ erwartet, hätt‘ ich Knoblauch da.

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Jan 2019

Fräulein Buffy hätte viel zu tun…

Sollte die Vampirkillerin aus dem sonnigen Sunnydale mal in das verschlafene Hafenstädtchen Addio-Colonnello, irgendwo hinter dem großen Meer, kommen, schnitzt sie sich besser einen Extra-Vorrat an übergroßen Zahnstochern. Die „Jägerin“, die sich (noch) im TV-Ruhestand befindet, ihre Abenteuer aber weiterhin in Comics fortführt, würde sich wundern, was der olle Nosferatu mit seinen spitzzahnigen Schergen dort so alles treibt.

Das „Vampirparlament“ bestand einst aus sieben Lords, von denen einer abtrünnig wurde und eigene Ziele verfolgte… Nosferatu. Als dieser mit seiner Armee ein wahres Blutbad in Addio-Colonnello anrichtet, sieht das „Parlament“ das Gleichgewicht zwischen Menschen und Vampiren gefährdet… ganz davon abgesehen, dass Angriffe auf Menschen sowieso einer Erlaubnis der verbliebenen Lords bedürften. Dass hiermit ganz eigenen Interessen gefolgt wird und nicht das menschliche Wohlergehen an der Spitze der Prioritäten-Liste steht, dürfte selbstverständlich sein. Immerhin haben wir es hier mit blutsaugenden Vampiren und nicht mit dem Mutter-Theresa-Fanclub zu tun.

Mehr Vampiropfer + daraus resultierende Verwandlungen = Überschuss an Vampiren

Überschuss an Vampiren – dezimierte Bevölkerung = zu wenig Blut

Zu wenig Blut = Arschkarte für die Vampire

Ganz einfache Rechnung, oder? Dieses Ergebnis ist natürlich nicht im Sinne des „Parlaments“ und so werden die drei besten Agentinnen des nachtaktiven Zirkels auf den brenzligen Fall angesetzt: Daffodil (zu Deutsch: Narzisse), Globuline und Achilles. Das sexy Vamp-Trio reist also nach Addio-Colonnello, um Nosferatu das Handwerk zu legen. Dort angekommen, bietet sich ihnen ein erschreckender Anblick… nun ja, mehr oder weniger erschreckend, denn Blut sind die Mädels ja gewohnt. Und davon fließt, spritzt und strömt einiges durch die engen Gassen der Kleinstadt. Ein wahres Massaker spielt sich hier ab und auf Seiten der überforderten Armee sind bereits zahlreiche Verluste zu beklagen… Tendenz steigend. Der Body-Count bei der unbewaffneten Bevölkerung steigt auch in ungeahnte Höhen, während Nosferatus Beißer-Trupp weiter versucht den High-Score zu knacken. „Blade“ würde vor Neid erblassen und ich hatte sofort „Confusion“ von New Order im Ohr.

Inmitten der munteren Metzelei finden die drei Vampir-Grazien Unterschlupf im Zimmer von zwei jungen Burschen, von denen der Ältere selbst gerne ein kleiner Blutsauger wäre und auch dementsprechend verkleidet ist… inklusive falscher Beißerchen. Aus welchem Grund auch immer, nehmen Daffodil, Globuline und die immer durstige Achilles die zwei Bengel als „Geiseln“ mit sich und haben somit mit dem Mini-Möchtegern-Dracula einen Sidekick-Klotz am Bein, der höchstwahrscheinlich zur humoristischen Auflockerung der bluttriefenden Story dienen soll. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Von nun an also im 5er-Pack unterwegs, geht die Suche nach Nosferatu weiter, der sich irgendwo in der Stadt aufhalten muss… oder darunter. Dieser hat sich Addio-Colonnello nämlich nicht rein zufällig für seinen plutperauchten… Verzeihung, BLUTBERAUSCHTEN Überfall ausgesucht. Er verfolgt hier nämlich ein ganz bestimmtes Ziel. Ein Ziel, das auch Jerk, der General der Stadtwache, im Auge hat… und zwar seit frühster Kindheit!

Verschiedene Blutgruppen

Diesen Inhalt umfassen die beiden Kapitel „Addio-Colonnello“ und „Nosferatu“. Da wir es bei „Daffodil – Die Vampiragentin“ aber mit einer Gesamtausgabe zu tun haben, beinhaltet der Band auch noch dritte - und somit letzte - Geschichte des Blutsauger-Gespanns. „Das Monster“ unterscheidet sich dabei sowohl inhaltlich als auch optisch vom vorangegangenen Zweiteiler.

Erneut werden Daffodil, Globuline und Achilles vom „Vampirparlament“ in die Ferne entsandt. Nachdem sich die Todesfälle in der Region häuften, sollen sie den vermeintlichen Verursacher, Graf Berlusk, zur Rechenschaft ziehen. Ihr wisst schon… nicht genehmigtes Morden, Vampir-Überschuss, weniger Blut, und so weiter, und so weiter… Kaum in Berlusks entlegenem Schloss angekommen, werden die auf alles vorbereiteten Mädels nicht vom Grafen in Empfang genommen, sondern von einem Igor-ähnlichen Buckel-Männchen, das im Dienste seines Meisters steht. Von Berlusk fehlt weit und breit jede Spur. Die drei Agentinnen folgen dem Untergebenen und gelangen nach einem kurzen Boxenstopp bei einem nächtlichen Zirkus, in dem Globuline und Achilles kurzerhand ein deftiges Massaker anrichten (ja, ja… der Hunger/Durst treibt’s rein), zu einer verlassenen Kirche. Zumindest ist diese auf den ersten Blick verlassen. Auf den zweiten Blick offenbart sich hier nämlich das pure Grauen, welches zur Verwunderung der Parlaments-Agentinnen nicht vom gesuchten Grafen ausgeht…

Stylehopping

Bietet die erste Geschichte in ihren zwei Kapiteln noch eine actionreiche Handlung, die durch gelegentlichen Humor aufgelockert wird, weht dem Leser bei „Das Monster“ ein gänzlich anderer Wind um den Riechkolben. Hier sticht eindeutig der Horror-Aspekt hervor und es wird auch nicht mit Reizen gegeizt. Obwohl es sich noch um das gleiche Autoren-/Zeichner-Gespann handelt, wird hier eine neue Richtung eingeschlagen und man schien sich vom Funny-Look der ersten Kapitel verabschieden zu wollen… obwohl es dort schon alles andere als zimperlich zur Sache ging. Deswegen sollte man sich vom Cover oder dem Eindruck, den man beim schnellen Durchblättern bekommen könnte, nicht täuschen lassen. „Daffodil – Die Vampiragentin“ gehört definitiv nicht in die Hände der jüngsten Leser… auch wenn Zeichner Giovanni Rigano bereits zuvor den jugendfreundlichen All-Ages-Hit „Monster Allergy“ illustrierte.

Auch wenn die blutgetränkten Panels sich anfänglich mit dem eher niedlichen Stil zu „beißen“ scheinen (*Ba-Dum… Tss*), kann ich Riganos cartoonigem Stil – speziell im ersten Kapitel – eine Menge abgewinnen. Hätte er auf die immer dicker werdenden Outlines in „Nosferatu“ verzichtet, wäre es eine Runde Kiste geworden. Den Stil-Wechsel im losgelösten dritten Kapitel begrüße ich ebenfalls, da der erwachsenere Look der düsteren Story von Autor Frédéric „Brrémaud“ Brémaud angemessen zu Gesicht steht. Insgesamt sind die detaillierten und flüssigen Zeichnungen auf einem guten Niveau, was auch an der stimmungsvollen Kolorierung liegt. Lediglich das kleine Format der Gesamtausgabe macht es dem Leser unnötig schwer. Zahlreiche Panels wirken eingeengt und können ihre volle Wirkung nur selten entfalten. Das französische Alben-Format von Soleil dürfte hier die optisch reizvollere Alternative darstellen.

Punkten kann das deutsche Paperback von Dani Books hingegen mit dem umfangreichen Bonusteil, den die Original-Ausgabe vermissen lässt. Vorangestellt ist dem 46-seitigen Artbook-Part ein zweiseitiges Interview mit Zeichner Giovanni Rigano, in dem der ehemalige Disney-Künstler informative Einblicke in den Entstehungsprozess liefert. Hier erklären sich auch der anfängliche Cartoon-Stil, der also nicht von ungefähr an Disney-Charaktere erinnert, sowie die Weiterentwicklung der Figuren. Des Weiteren finden sich hier ganzseitige Zeichnungen, Sketches, Cover-Entwürfe, Vergleiche zwischen getuschten und fertig kolorierten Seiten, Rohzeichnungen und Charakter-Studien.

Fazit:

Auch wenn die beiden Geschichten mit Logiklöchern zu kämpfen haben und hier und da interessante Ansätze einfach ausgeblendet und unter den Tisch fallengelassen werden, kann man mit der Gesamtausgabe von „Daffodil – Die Vampiragentin“ – aus dem Hause Dani Book - , in der natürlich auch die obligatorische Digital Copy des Bandes enthalten ist, ein paar launige Stündchen haben. Wen das kleine Format, welches leider zu Lasten der Übersichtlichkeit geht, nicht stört, kann für einen durchaus fairen Preis bedenkenlos zugreifen. Allein der lobenswerte Bonusteil entschädigt für so manches aufgezählte Manko.

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