Couch-Wertung

6
Story
Zeichnung

Story

Kenner der Web-Show und Rollenspiel-affine Leser können bedenkenlos zugreifen. Gelegenheits-Fantasy-Leser sollten eine Alternative in Betracht ziehen.

Zeichnung

Insgesamt gefällig und sauber. Der dynamische Cartoon-Stil unterstreicht den Humor, könnte aber abwechslungsreicher sein.

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Marcel Scharrenbroich
Alea polyhaedricus iacta est – Der polyedrische Würfel ist geworfen

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Dez 2019

Vom Keller in die Welt gewürfelt

Wie so oft in der Geschichte, begann es mit… nein, nicht mit dem Feuer… und auch nicht mit Gott… es begann mit D&D. Also Dungeons & Dragons. Jenes Pen & Paper-Rollenspiel, welches schon in Steven Spielbergs „E.T.“ fleißig gespielt wurde, den Keller von Mike Wheelers Elternhaus in Hawkins zur Fantasy-Kulisse für zahlreiche Schlachten werden ließ und - schwer abzustreiten - Pate für den amüsanten B-Movie „Knights of Badassdom“, mit „Firefly“-Herzchen Summer Glau und „Game of Thrones“-Alki Peter Dinklage stand. Klar, es entstand natürlich auch ein „Dungeons & Dragons“-Kinofilm, der 2001 die deutschen Kinos heimsuchte, jedoch besser nicht weiter erwähnt werden sollte. Ein Glück, dass die Karriere von Jeremy Irons daran keinen nennenswerten Schaden nahm. Nur zur Komplettierung seien hier kurz… aber auch nur GANZ kurz… die DVD-Veröffentlichungen „Die Macht der Elemente“ (2005) und „Das Buch der Dunklen Schatten“ (2012) in den Raum geschissen… äh, geschmissen.

Erdacht wurde Dungeons & Dragons 1974 vom Amerikaner Gary Gygax, der das Regelwerk zusammen mit seinem Kollegen Dave Arneson entwarf, welches wiederum in weiten Teilen auf Gygax‘ Fantasy-Tabletop-Spiel Chainmail von 1971 basierte. Wer interessiert an der Geschichte von Gygax und D&D ist, sollte mal in die Comic-Biografie „Der erste Spielleiter: Gary Gygax und die Erschaffung von D&D“ reinschnuppern.

Die amerikanische Web-Show „Critical Role“ basiert ebenfalls auf der seit den 1980ern auch bei uns beliebten Pen & Paper-Spielen. Über den Twitch-Kanal der erfolgreichen Multimedia-Plattform Geek & Sundry, die auch klickstark auf YouTube vertreten ist, startete 2015 der Siegeszug einer Truppe von Schauspielern und Synchronsprechern. Unter dem Kommando des Spielleiters Matthew Mercer, der Animes („Naruto: Shippuden“, „Attack on Titan“, „Sailor Moon“, One Piece“…), Animations-Serien und -Filmen („ThunderCats“, „Voltron: Legendary Defender“, „Resident Evil: Vendetta/Damnation“, „Batman: Bad Blood“…) sowie Games-Charakteren („World of Warcraft“, „Wolfenstein“, „Mortal Kombat“, „Destiny“, „Batman: Arkham Knight“, „Overwatch“, „Death Stranding“…) seine Stimme leiht, stürzen sich seine Kollegen Ashley Johnson, Laura Bailey, Liam O’Brien, Marisha Ray, Sam Riegel, Taliesin Jaffe und Travis Willingham ins Abenteuer und werden dabei von einer stetig wachsenden Fan-Gemeinde beobachtet… sei es auf Twitch oder via YouTube.

Aktuell befindet sich die Truppe in der zweiten Kampagne, namens „The Mighty Nein“. Den Anfang machte aber die erste Kampagne, die über 115 Episoden lief: „Vox Machina“. Der nun vorliegende Comic, der ursprünglich im US-Verlag Dark Horse erschien, und dank Cross Cult nun auch auf Deutsch vorliegt, erzählt, was DAVOR geschah… und wie die tapferen Helden sich einst kennenlernten.

Druiden, Barbaren, Waldläufer und Barden

Stilben. Handelszentrum an der Küste von Tal’doreis. Die halbelbischen Zwillinge Vex’ahlia und Vax’ildan waten durch das nahegelegene Sumpfgebiet der Stadt, auf der Suche nach Hinweisen. Im Auftrag von Stilbens Einwohnern sollen sie einem vermeintlichen Fluch auf den Grund gehen, der den alten und kränklichen Teil der Bevölkerung befällt und Neugeborene ohne jeglichen Lebenswillen zur Welt kommen lässt. Während ihrer Untersuchungen treffen sie eher zufällig auf die leicht aufgedrehte Druidin Keyleth. Ebenfalls eine Halbelbin, die zudem eine Gestaltwandlerin ist und den Zwillingen zuerst als putziges Eichhörnchen über den Weg läuft. Von Keyleth kommt auch der entscheidende Hinweis, dass es sich nicht um einen Fluch handelt, der Stilben heimsucht, sondern dass die Stadt wortwörtlich durch das Sumpfwasser vergiftet wird. Vax’ildan und seine Schwester suchen ihre Auftraggeber auf und erfahren, dass ein Alchemist namens Zeth das Gerücht gestreut hat, es läge ein Fluch über der Stadt. Ein Anhaltspunkt, den es sich zu untersuchen lohnt…

An anderer Stelle ist währenddessen der gnomische Barde Scanlan Shorthalt mit seinem bulligen Barbaren-Freund Grog Strongjaw und einem kleinen Trupp von Söldnern unterwegs. Nach einem mehr oder weniger erfolgreichen Beutezug lässt man das gerade Erlebte bei einem gepflegten Humpen Revue passieren, denn nach dem Plündern des Sumpf-Tempels trachten Alchemisten dem Trupp nach dem Leben. Offensichtlich hatten diese es auf eine Phiole mit Wasser abgesehen, die die Söldner ebenfalls unwissend entwendet haben. In der Taverne wird Großmaul Scanlan daraufhin vom drachenblütigen Zauberer Tiberius Stormwind angesprochen, der seinerseits den sogenannten Fluch des Sumpfes untersucht. Tiberius ist sehr am Inhalt der Flasche interessiert, vermutet er doch darin den Auslöser für die Vergiftung des Sumpfwassers. Kurzerhand kauft er dem gnomischen Barden die Phiole ab. Ein Fehler, wie sich bald herausstellt, denn eine vermeintliche Stadtwache wäre ebenfalls sehr an dem Diebesgut interessiert gewesen…

Es kommt, wie es kommen muss: Schon bald laufen die roten Fäden zusammen und alle Parteien erkennen, dass sie einen gemeinsamen Feind haben. Druidin Keyleth, die gemeinsam mit dem Zauberer Tiberius an der Auflösung von Stilbens Fluch arbeitet, die Zwillinge Vex’ahlia und Vax’ildan, die aus dem Untergrund den Alchemisten beobachten und geradewegs in eine Falle tappen, sowie Scanlan und Grog, die einen Deal mit der offensichtlich falschen Stadtwache eingegangen sind und den Übergabeort in der Kanalisation aufsuchen, treffen unterhalb der Stadt aufeinander, als der wahre Feind die Bühne betritt…

Sprung ins kalte, sumpfige Wasser

Ja… da prasselt es so einiges auf den unvorbereiteten Leser ein. Haufenweise Charaktere, Namen und Örtlichkeiten, die erstmal verdaut werden müssen. Dazu noch die verschiedenen, immer wieder wechselnden Story-Fäden der Figuren, die es durch die unübersichtliche Erzählweise nicht unbedingt einfacher machen, der Geschichte logisch zu folgen. Zudem ist die Sprachweise sehr modern, was sich in einem Fantasy-Setting doch recht befremdlich anfühlt. Viel Gefluche, Charaktere, die einander ins Wort fallen und haufenweise abgehackte Sätze und einsilbige Einwürfe… ganz im Stil aktueller US-Komödien, die auch meist durch Rückschritte im Sprachgebrauch „glänzen“. Hier und da ganz unterhaltsam und witzig, über die gesamte Geschichte aber schnell nervig.

Die Zeichnungen gefallen über weite Strecken und besitzen einen cartoonig-flüssigen Schwung. Lediglich durch das kleine Softcover-Format wirken die Panels oft gequetscht. Vor allem, wenn auf manchen noch massig Text untergebracht wird. Auch fällt es ab und zu schwer, manche Figuren auseinanderzuhalten. Hier wäre mehr Vielfalt beim Design wünschenswert gewesen. Die Kolorierung von Chris Northrop ist weitestgehend gelungen, wenn auch etwas düster. Leuchtende Highlights, zum Beispiel beim Einsatz von Magie, kommen so aber gut zur Geltung. Besonders gelungen ist das Cover-Motiv. Dies stammt vom Ausnahme-Künstler Stjepan Šejić, der bereits mit der großartigen „Sonnenstein“-Reihe begeistern konnte und demnächst auch in Deutschland seinen „Harleen“-Dreiteiler aus DCs Black Label an den Start bringen wird.

So strahlt der „Critical Role“-Cast in Hochglanz-Optik von der ansonsten matten Front. Im Anhang gibt es noch eine farbige Karte von Stilben, Informationen zu Charakteren und deren Attribute, Charakter- und Cover-Entwurfe, sowie Vorzeichnungen und Skizzen.

Conclusioni:

Comic-Leser, die sich auch an Rollenspielen wie D&D, WoW, LoL, ARD oder ZDF erfreuen, könnten „Critical Role: Vox Machina Origins“ womöglich noch ein Eckchen mehr abgewinnen. Für alle anderen wird es ein Nischenprodukt bleiben, das weiterhin unter dem Radar fliegt.

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