Contrapaso - Die Kinder der Anderen

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André C. Schmechta
10

Comic-Couch Rezension vonJan 2022

Story

Valero baut auf den 150 Seiten eine durchaus komplexere, verzweigende Handlung auf, die trotz dialogreicher Passagen zu keinem Zeitpunkt überfrachtet wirkt. Mit vielen kleinen Details und gut gewählten Nebenfiguren findet Valero stets eine gute Balance in Tempo und Dramaturgie.

Zeichnung

Die Bilder ziehen uns bereits mit der Eingangssequenz in die Geschichte, entfalten eine durchweg stimmige Atmosphäre. Die wunderbar ausgewogene Kolorierung, fein ausgearbeitete Figuren, unterschiedliche Schauplätze und viele kleine Details machen jede Seite lebendig und sehenswert.

Gehaltvolle und durchweg überzeugende Krimikost

Eine Frauenleiche in einem eisigen Fluss. Ein weiterer Mord in Madrid. Ist es derselbe Täter, der schon seit Jahren die spanische Metropole in Atem hält? Journalist Emilio Sanz ist sich eigentlich sicher. Er erkennt die Handschrift des gesuchten Mörders. Doch die Polizei ermittelt zaghaft, schnell werden vermeintlich Verdächtige gestellt und hingerichtet. Sanz wird auch darüber wieder in der Tageszeitung „Le Capital“ berichten. Aber nur knapp, ohne Details. Denn wir schreiben das Jahr 1956 und in Francos Spanien ist die Pressefreiheit schon lange eingeschränkt.

Teresa Valero entwickelt eine spannende Geschichte vor dem Hintergrund des faschistischen Regimes in Spanien. Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen bilden die Basis in diesem Kriminalfall, der nicht die Arbeit der Polizei in den Vordergrund stellt, sondern die Ermittlungen zweier Journalisten, die für die gleiche Zeitung arbeiten, dabei unterschiedlicher nicht sein können.

Sehr gute Balance in Tempo und Dramaturgie

Emilio Sanz, der desillusionierte Journalist alter Schule versucht noch immer der Wahrheit Gehör zu verschaffen, eckt damit auch bei seinem Vorgesetzten an. Ihm wird der noch junge Léon Lenoir zur Seite gestellt. Dieser ist für die Arbeit bei „Le Capital“ aus Frankreich in seine alte Heimat zurückgekehrt. Mit diesen beiden gegensätzlichen Figuren gelingt Valero ein wunderbares Gespann. Sanz und Lenoir müssen sich nicht nur mit den widrigen Umständen arrangieren, sondern lernen trotz unterschiedlicher persönlicher Motivation und Historie an einem Strang zu ziehen. Das gelingt den beiden mal mehr mal weniger gut, was die Geschichte immer mal wieder mit dezenten humorvollen Momenten würzt.

Valero baut auf den 150 Seiten eine durchaus komplexere, verzweigende Handlung auf, die trotz dialogreicher Passagen zu keinem Zeitpunkt überfrachtet wirkt. Mit vielen kleinen Details und gut gewählten Nebenfiguren findet Valero stets eine sehr gute Balance in Tempo und Dramaturgie.

Die Bilder ziehen uns bereits mit der Eingangssequenz in die Geschichte, entfalten eine durchweg stimmige Atmosphäre. Die wunderbar ausgewogene Kolorierung, fein ausgearbeitete Figuren, unterschiedliche Schauplätze und viele kleine Details machen jede Seite lebendig und sehenswert. Mimik und Gestik sind immer mal wieder dezent überzeichnet und betonen Gefühlsausbrüche oder eine andere emotionale Reaktion.

Mit ihrem lesenswerten Nachwort ordnet Teresa Valero die historischen Ereignisse, welche die Basis zur Idee des Buches liefern, noch einmal näher ein und macht ihre persönliche Motivation, sowie ihre Gedanken zu Aufbau und Struktur deutlich.

Fazit:

„Contrapaso“ ist gehaltvolle und durchweg überzeugende Krimikost. Das Ende könnte gar eine Fortsetzung in Aussicht stellen. Ich wäre dabei und würde Sanz und Lenoir gerne ein weiteres Mal im Kampf um Wahrheit und Pressefreiheit in diesem faschistischen Regime begleiten und ihnen bei der Aufklärung einer Mordserie über die Schulter schauen.

Contrapaso - Die Kinder der Anderen

, Teresa Valero, Splitter

Contrapaso - Die Kinder der Anderen

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