Bruno Brazil - Die neuen Abenteuer 01: Black Program

Erschienen: Januar 2020

Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Klassisches Agententhriller-Szenario mit einem bedrohlichen Gegner und dessen obskuren Machenschaften.

Zeichnung

Realistische, detailreiche und farbsatte Bilder vermitteln Aktion und Gefühlsbefinden gleichermaßen gekonnt.

Leser-Wertung

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Kirsten Kohlbrei
Retro-Charme eines frankobelgischen Klassikers

Comic-Rezension von Kirsten Kohlbrei Feb 2021

Nach einem verheerenden Einsatz auf Madagaskar, im September 1976, bei dem mehrere Mitglieder getötet oder verletzt wurden, hat sich die von dem amerikanischen Agenten Bruno Brazil gegründete und geleitete Spezialeinheit Kommando Kaiman aufgelöst.

Ein halbes Jahr später hat Bruno die tragischen Ereignisse noch nicht verarbeitet. Er leidet unter Depressionen und trauert um seinen jüngeren Bruder Billy, eines der Opfer der tödlichen Mission.

Als dann der ehemalige Staatsfeind Nr, 1, der wahnhafte Millionär Madison Ottoman auf seinem Anwesen ermordet wird und die Erzrivalin des Sonderkommandos Rebelle aus dem Gefängnis verschwindet, holt die Vergangenheit Brazil auch in seinem Job wieder ein.

Die Vorfälle stehen scheinbar im Zusammenhang mit dem seit mehreren Tagen vermissten NASA-Ingenieur Allan Wordling, der als freiwilliger Proband an einem Versuch teilgenommen haben soll, bei dem hochsensible NASA-Daten in seine DNA injiziert wurden.

Zusammen mit seinem alten Kollegen und Freund Gaucho Morales wird Brazil von seinem früheren Auftraggeber Oberst L, dem Leiter des WSIO (World Security International Office) um Unterstützung bei der Klärung des Falls gebeten.

Rebelle wird kurz darauf in einem Waldstück mit verstümmelten Augen und amputierter Hand grausam zugerichtet, geistig verwirrt aufgefunden und scheidet damit als Täterin aus.

Bruno bringt das Kommando wieder zusammen.

Bruno beschließt, für die Suche nach dem unbekannten Verantwortlichen und seinen Motiven wieder eine aktive operative Zelle ins Leben zu rufen. Hierfür kontaktiert er die noch verbliebenen Kaimane Whip Rafale und Tony Nomade. Die frühere Zirkusartistin Whip, die seit Madagaskar querschnittsgelähmt ist und nun als brillante Computerspezialistin für Recherche und Archiv tätig werden soll, nimmt in ihrer Verbitterung das Angebot dankbar an. Tony, der ein Bein verloren hat, ist in seine Heimat Neuseeland zurückgekehrt und versucht dort als Anführer einer kriminellen Rockergang seinen quälenden Erinnerungen, zu entfliehen. Er ist nur aus alter Zuneigung zu der depressiven Whip und unter Garantie der Immunität zu einer Mitarbeit bereit.

Mit der Genehmigung des Obersts geht das wieder erstarkte Team an die Arbeit. Die Verbindungen zwischen den drei zu lösenden Fällen und ihre Gefahr für die innere Sicherheit werden immer deutlicher und auch die Rolle, die der verschwundene NASA-Ingenieur dabei spielt. Alles zielt auf das „Black Program- einem streng geheimen, nicht autorisierten, inoffiziellen Programm…, vor allem innerhalb der Weltraumforschung“. Ein Attentat auf einen Zug mit vielen Toten und Verletzten zeigt, wie skrupellos der neue Gegner beim Durchsetzen seines Plans agiert. Nur sein schnelles Aufspüren durch Bruno und seiner Einheit kann ihn stoppen und weitere Opfer verhindern.

Agentencomic aus den siebziger Jahren

Mit Bruno Brazil Die neuen Abenteuer lassen Szenarist LF Bollée und Zeichner Philippe Aymond einen Serienklassiker im Agentenmilieu aus der Blütezeit des frankobelgischen Comics wiederaufleben. Das Original Bruno Brazil vom damaligen Chefredakteur des Tintin Greg unter dem Pseudonym Louis Albert getextet und von William Vance gezeichnet, erschien zwischen 1967 und 1977 in dem Comic-Magazin. Nach eher humoristischen Anfängen mit Bezug auf Ian Flemings James Bond, in denen Brazil noch überwiegend auf sich gestellt war, bekam die Serie mit der Gründung der sechsköpfigen Spezialeinheit Kommando Kaiman, eine neue Ausrichtung und gewann zunehmend an eigenem Profil. Rasant und höchst spannend lösen die Kaimane international rätselhafte Fälle und schaffen sich dabei erbitterte Feinde, auf die sie wiederholt treffen. Zu den Besonderheiten der Reihe gehörte mit Sicherheit die Hervorhebung persönlicher Seiten der Hauptfiguren. Ein anderes Novum war die Verletzbarkeit und Sterblichkeit der Protagonisten, das beim letzten Einsatz in der Zerschlagung des Kommandos gipfelte.

Update mit Nostalgie

An dieser Stelle setzen die französischen Macher der neuen Brazil-Abenteuer ein und bleiben mit ihrer als Mehrteiler angelegten Fortführung ganz in der Tradition des Originals.

Neben der Ähnlichkeit des Szenarios finden sich direkte Rückverweise auf frühere Einsätze, die aber meist gut nachvollziehbar sind, ohne die alten Geschichten gelesen zu haben. Der Blick auf den persönlichen Background der Agenten wird noch mehr fokussiert, desgleichen die Interaktion im Team. Vor allem die verfehlte letzte Operation und die traumatischen Folgen für die Überlebenden werden wiederholt angesprochen. Dabei wird das Stereotyp des Agenten, als unnahbarer Superheld nahezu demontiert, wenn Bruno im Epilog in einer Sitzung mit seiner Psychotherapeutin über seine Depressionen spricht.

Die Zeichnungen erinnern ebenfalls an die Arbeiten von William Vance, dem das Künstlerduo Aymond-Bollée ihren Band gewidmet haben, nachdem sie von dessen Tod während der Entstehung erfuhren. Die klassische Panel-Anordnung im Zeilenformat passt zur überwiegend realistischen Darstellung, die in Actionmomenten stellenweise durchbrochen wird. Diese Stellen sind auch üppig mit Lautnachahmung unterlegt. Die Charaktere bleiben optisch nahe an den Vorgaben der Originalillustration. Allen voran Bruno Brazil mit seinen markanten weißen Haaren. Besonderes Augenmerk gilt der Mimik der Charaktere, dafür werden ihre Gesichter vom Zeichenstift regelrecht herangezoomt. Detaillierte Bildhintergründe fangen Interieurs und Landschaften atmosphärisch dicht ein. Satte, kräftige Farben unterstreichen die Stimmung. Wechselndes Tempo und Perspektive sorgen für Lebendigkeit.

Fazit:

Eine gelungene „Renaissance“ des Agentencomics, der auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Erstveröffentlichung nichts an Reiz verloren hat. Aymond und Bollée geben dem Nachfolgeband ihre ganz eigene Note, der sich mit dem spannenden Plot und den psychologisch ausgefeilten Figuren sehr abwechslungsreich liest und zeitgemäß authentisch, aber keineswegs antiquiert daherkommt. Für Fans des „alten“ Brunos sowie für Neuentdecker TOP.

Wie es mit dem „Black Program“ weitergeht, lüftet sich im unlängst erschienen Teil 2.

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