Beim Leben meiner Tochter

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André C. Schmechta
9101

Comic-Couch Rezension vonFeb 2024

Story

Auch diesmal hat Fred Duval wieder ein spannendes Szenario entworfen. Das Verwirrspiel um das Verschwinden von Liane Bellion fesselt durchweg an die Seiten.

Zeichnung

Didier Cassegrain bringt die Inselidylle mit den wechselnden Schauplätzen stimmungsvoll auf die Panels. Gelegentlich geraten mir die Szenen hier etwas detailarm, mit wenig Tiefe und die Figuren zu steif.

Drama im Urlaubsparadies

Als Liane Bellion während des Urlaubes auf der Insel La Réunion aus dem Hotelzimmer verschwindet, gerät ihr Mann ins Visier der Polizei. Aber hat der Vater der gemeinsamen sechsjährigen Tochter Sapha tatsächlich ein Motiv, seiner Frau etwas anzutun? Capitaine Aja Puriv möchte schnell Licht in das Dunkel bringen und ist überzeugt, dass Martial Bellion seine Frau ermordet hat. Als er mit Sapha vor dem Zugriff der Polizei flieht, scheint sich der Verdacht bestätigt.

Auf der Flucht

Da ist sie also, die neue Adaption eines Romans des französischen Autors Michel Bussi. „Das Mädchen mit den blauen Augen“ hat mich schwer begeistert und erhielt von mir die Höchstwertung. Entsprechend neugierig war ich auf das neue Werk, das ebenfalls bei Splitter erscheint. Auch diesmal hat Fred Duval wieder ein spannendes Szenario entworfen. Stehen wir anfangs noch auf der Seite von Martial Bellion, während dieser sich mit seiner Tochter auf die Flucht begibt, so werden im weiteren Verlauf der Geschichte doch ordentlich Zweifel aufgeworfen. Auch Sapha bemerkt ein immer seltsameres Verhalten bei ihrem Vater.

Das Verwirrspiel um die tatsächlichen Ereignisse ist natürlich der Kern der Handlung und fesselt durchweg an die Seiten. Durch die Ermittlungsarbeit wird auch die Beziehung und Vergangenheit von Liane Martial beleuchtet. Am Ende – auch nach der einen oder anderen Leiche - kommt es wieder etwas anders als man denkt. Wenngleich sich doch bald abzeichnet, was es mit dem mysteriösen Verschwinden von Liane auf sich haben könnte und wer tatsächlich dahintersteckt. Die Auflösung ist wenig originell, aber dennoch stimmig.

Dank kompakter Dramaturgie bleiben auch die Figuren in der Anzahl überschaubar. Neben Martial und Sapha ist vor allem Capitaine Aja Puriv gefordert. Sie muss sich auch in den eigenen Reihen behaupten und will sich ein Scheitern nicht erlauben. Heimlicher Star aber ist für mich der zwar grauhaarige, aber dennoch so bunte Sous-Lieutenant Christos. Ein sympathischer Kauz, der die Ermittlungen seiner Vorgesetzen Aja Puvin zwar motiviert unterstützt, es dabei mit Disziplin und Pünktlichkeit nicht immer ganz so ernst nimmt. Aber kein Wunder, hat er doch vor allem Augen für seine neue Liebe, die gleich fünf Kinder mit in die Beziehung bringt. Das Paar soll noch eine bedeutende Rolle bei der Aufklärung spielen.

Anders als im Vorgänger ist diesmal Didier Cassegrain für die Zeichnungen zuständig. Wenngleich auch er die Inselidylle mit den wechselnden Schauplätzen stimmungsvoll auf die Panels bringt, so muss ich zugeben, dass mir die Bilder von Nicolaï Pinheiro in „Das Mädchen mit den blauen Augen“ einfach noch etwas besser gefallen haben. Gelegentlich geraten mir im Vergleich die Szenen hier etwas detailarm, mit wenig Tiefe und die Figuren zu steif. Dafür punkten sie mit schöner Kolorierung, viel Tempo und toller Dynamik in den insgesamt 4 Akten, die die Geschichte aufteilen.

Fazit:

Auch „Beim Leben meiner Tochter“ ist eine überaus gelungene Roman-Adaption von Michel Bussi. Fred Duval und Cassegrain liefern hier über 130 Seiten spannende Comic-Unterhaltung ab, wenngleich diese nicht ganz so stark ausfällt wie „Das Mädchen mit den blauen Augen“. Große Kritikpunkte gibt es aber nicht und Krimi-Fans dürfen hier gerne wieder zugreifen.

Beim Leben meiner Tochter

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