Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Ein donnerndes Haudrauf gegen Darkseid und den Joker. Die Helden-Sprösslinge treten in die Fußstapfen der „Bosse“.

Zeichnung

Kraftvoll und explosiv! Nicht so kantig und minimalistisch wie Miller, dafür aber ebenfalls unverwechselbar.

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Marcel Scharrenbroich
Clowns und Helden

Comic-Rezension von Marcel Scharrenbroich Aug 2020

Ein neues Kapitel…

…in Frank Millers „Dark Knight“-Kosmos. Im Jahr 1986 gestartet (in Deutschland 1989 im Carlsen Verlag), eroberte „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ die Herzen der Batman-Fans im Sturm. Damit hob DC die Fledermaus aus der quietschbunten ZAP!-KAPOW!!-BAM!!!-Ecke, in der viele den Milliardär im Karnevalskostüm noch seit der legendären Sixties-Serie mit Adam West und Burt Ward sahen. Quasi über Nacht wurde Bruce Wayne nicht nur erwachsen, sondern sogar alt. Alt und verbittert. Zehn Jahre nachdem er die Fledermaus-Ohren an den Nagel gehängt hatte, versank Gotham City im Chaos. Verbrechen, Gewalt und Korruption waren an der Tagesordnung und die Gesetzeshüter wurden der Lage nicht mehr Herr. Da brauchte es schon einen 55-jährigen, der noch einmal aus dem Ruhestand kam, damit in dem Dreckhaufen mal ordentlich aufgeräumt wurde... Im Laufe der Jahre wurde die Story von Panini immer wieder neu aufgelegt, um auch frisch hinzugekommene Comic-Freunde in den Genuss des dunklen, grimmigen Stils von Frank Miller kommen zu lassen. Aktuell steht eine Veröffentlichung in vier großen Hardcover-Alben an, die Panini im Rahmen der erfolgreichen DC Black Label-Reihe veröffentlichen wird. Ich komme - für meinen Teil - nicht an den vier Bänden vorbei, obwohl bereits verschiedene Editionen in deutscher und englischer Sprache in der Sammlung vorhanden sind. Zu sehr reizt mich das übergroße Alben-Format. Darauf ein fröhliches SPLOOSH!-POW!!-CRASH!!! aus der Geldbörse…

Zwischen Dezember 2001 und Juli 2002 erschien dann in den USA mit „The Dark Knight Strikes Again“ die langerwartete Fortsetzung zu Millers wegweisendem Werk. Noch im gleichen Jahr, 2002, enterte „Der dunkle Ritter schlägt zurück“ (Panini) – auch kurz „DK2“ genannt – in drei Prestige-Heften auch die deutschen Händlerregale. Es folgte ein zusammenfassendes Paperback… weitere Veröffentlichungen nicht ausgeschlossen.

Es sollte bis November 2015 dauern, bis mit „The Dark Knight III: The Master Race“ („DKIII“) die nächste Reihe an den Start ging. Ebenso wie in den Staaten, wurde die Story auch bei uns auf neun (vormals waren nur acht Ausgaben angedacht) einzelne Hefte verteilt, die zwischen Juni 2016 und Oktober 2017 bei Panini erschienen. Unter dem Namen „Batman: Die Übermenschen“ kam die Geschichte im April 2018 noch einmal gesammelt auf den Markt. Wahlweise als Soft- oder Hardcover enthielten beide Editionen auch die Mini-Comics, die den Heft-Ausgaben beilagen.

Mitten in die Veröffentlichung von „DKIII“ schoben Frank Miller und sein Co-Autor Brian Azzarello dann noch den One-Shot „Batman: Der letzte Kreuzzug“ („Dark Knight Returns: The Last Crusade“), eine Vorgeschichte zum Klassiker „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“, wie man aus dem Originaltitel schon herauslesen kann. Ob die Fans darauf gewartet haben, sei mal dahingestellt, aber Panini ließ sich nicht lumpen und veröffentlichte ganze 28(!) limitierte Variant-Cover, neben der regulären Kiosk-Ausgabe. Da mag man meinen, dass das eine ordentliche Hausnummer ist, aber Leser der aktuellen Rebirth-Heft-Reihe werden sich vielleicht noch an Ausgabe 26, der Nummer mit der „Hochzeit“, erinnern… da warf man schlappe 80(!!!) Variants in den Ring, die zudem noch blickdicht verpackt waren. Sammler-Herz, was willst du mehr… Aktuell ist „Der letzte Kreuzzug“ ebenfalls als Hardcover-Album unter dem DC Black Label-Banner erschienen.

Der neuste Zuwachs kam kürzlich mit „Batman: Das Goldene Kind“ („Dark Knight Returns: The Golden Child“) hinzu. In den USA von DC als Prestige-Heft auf den Markt gebracht, kommt die deutsche Erstveröffentlichung als Hardcover-Album daher. Und die Zeichnungen des Brasilianers Rafael Grampá profitieren deutlich von diesem Format.

Platz für den Nachwuchs!

In Gotham dampft die Scheiße mal wieder aus allen Ecken. Ausschlaggebend für den Gestank ist der amtierende Gouverneur, der kurz vor seiner Wiederwahl steht und damit den Unmut der protestierenden Bevölkerung heraufbeschwört. Als Marionette des Jokers, der wiederum als Handlanger des sinisteren Darkseid agiert, ruft der verhasste Politiker seine zahlreichen Kritiker auf den Plan, was zu Straßenschlachten mit den Schergen des Clown-Prinzen führt. „Straßengewalt steigt, Wahlbeteiligung sinkt“, das ist das Motto des Duos, während ihr prügelndes Fußvolk an den Wahlurnen für den geplanten Ausgang sorgt. Abwertend und beinahe schon angewidert beobachtet Lara, die Tochter von Superman und Wonder Woman, das Geschehen aus sicherer Entfernung. Sie macht keinen Hehl daraus, was sie von der Menschheit hält. Menschen, die verletzen, töten, ihren eigenen Lebensraum verdrecken. Überall hinterlassen sie Chaos. Am liebsten würde sie dieser niederen Rasse den Rücken kehren. Ihr kleiner Bruder Jonathan geht mit den Erdlingen allerdings gnädiger ins Gericht. Der Halb-Kryptonier, der bei den Amazonen aufwuchs, ist noch jung, aber nicht dumm… er macht sich sein eigenes Bild. Ganz im Sinne seines Vaters, der die Menschheit seit Jahren beschützt.

Mitten in das Chaos auf den Straßen platzt Carrie Kelley, Batmans ehemalige Robin, die mittlerweile als Batwoman für Recht und Ordnung sorgt. Und dabei geht sie nicht zimperlich vor. Ihre Devise lautet „Irrsinn mit Irrsinn bekämpfen“, was wahrscheinlich nicht unbedingt den Vorstellungen von ihrem „Boss“ entspricht. Aber der ist nicht hier. Nur sie. Und ihre Jungs, die schlagkräftig einsteigen. Inmitten von wildgewordenen Clowns, die auf Demonstranten einschlagen.

Die Clowns ziehen ab und Lara und Jonathan begleiten den Trupp in ihren Rückzugsort, den Bat-Bunker. Lara spürt, dass die kriminelle Energie in der Stadt von Darkseid ausgeht. Sie müssen sich ihm entgegenstellen, mit allem, was sie haben. Das scheint in Anbetracht seiner Macht nicht viel zu sein und die „Bosse“, Superman und Batman, sind Gott weiß wo und mit anderen Problemen beschäftigt. Fast schon unverantwortlich, da Darkseid doch nichts Geringeres plant, als das Universum nach seinen Wünschen umzugestalten. Doch mit dem jungen Jonathan haben Lara und Carrie noch ein ungeahntes As im Ärmel… denn er ist „Das Goldene Kind“.

DJT2

Dass Comics und ja, auch Superhelden-Comics politisch sein können, ist nichts neues. Aber so offensichtlich, wie Frank Miller (beziehungsweise Rafael Grampá durch seine Zeichnungen) hier den Twitter-Krawallo mit dem Orang-Utan-Fifi karikiert, hat man es selten gesehen. Nicht, dass dieser dies nicht alleine schaffen würde, was er ja in unregelmäßiger Regelmäßigkeit in 280 Zeichen (oder weniger) unter Beweis stellt. Damit schafft Miller nicht nur eine gelungene, wenn auch kurze Ergänzung seiner „Dark Knight“-Welt (in der übrigens auch der Black Label-Dreiteiler „Superman: Das erste Jahr“ spielt), sondern wirft noch einen überzeichnet-kritischen Blick auf das aktuelle Weltgeschehen. Allein wie abwertend Lara über unsere Spezies spricht, brauchen wir uns nicht wundern, dass die kleinen grünen Männchen (und Weibchen) noch nicht bei uns gelandet sind… egal, wie lange wir in den klimagebeutelten Himmel starren. Nachdem Miller nach einigen Aussetzern nicht mehr bei vielen Comic-Freunden an oberster Stelle auf dem Zettel stand, freut es mich sehr, dass „Batman: Das Goldene Kind“ über seine überschaubare Dauer richtig gut unterhalten konnte.

Viele wird es mit Sicherheit auch freuen, dass Frank Miller nicht selber zum Zeichenstift gegriffen hat. Sein Stil hat jetzt nicht gerade den besten Ruf und ich kann mich auch nicht davon freisprechen, dass ich bei der US-Ankündigung dieses Bandes zuerst nachgeschaut habe, wer für die künstlerische Umsetzung zuständig war. Andererseits möchte ich mir Werke wie „Sin City“ oder „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ in keinem anderen Stil vorstellen wollen. Unumstößliche Klassiker, so wie sie sind.

Rafael Grampá hat ebenfalls seinen ganz eigenen Stil, der äußerst wuchtig und detailliert rüberkommt. Durch die kräftige Kolorierung wirkt der Großteil der überformatigen Seiten fast schon erschlagend. Auch wenn Menschen zeichnerisch nicht die größte Stärke von Grampá zu sein scheinen, passen seine Illustrationen gut in Millers Welt. Lediglich der kleine Jonathan guckt manchmal derart dröselig aus der Wäsche, dass man glauben könnte, er hätte nicht mehr alle Raupen in der Nuss. Hm, muss wohl am kryptonischen Teil der Familie liegen… Abgerundet wird der Band durch fünf Seiten, die Variant-Motive der US-Ausgabe zeigen. Darunter Motive von Miller himself, Joëlle Jones oder Andy Kubert.

Fazit:

Kurz, knackig und überraschend gut! Wer Frank Miller schon abgeschrieben hatte, sollte ihm mit „Batman: Das Goldene Kind“ vielleicht noch mal eine Chance geben. Eine kurzweilige Fortsetzung der „Dark Knight“-Saga… ganz ohne Batman und Superman in Aktion.

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