Ballad Opera 01

Erschienen: Oktober 2018

Couch-Wertung

6
Story
Zeichnung

Story

Die Story konzentriert sich mehr auf den Protagonisten und sein Gefühlsleben, als auf die neu Aufgabe, die er zu erfüllen hat. Selbst Shakespears Figuren wirken lebendiger, als bei dieser Totengott-Oper.

Zeichnung

Eine weiche Bilderfolge, die dem Auge schmeichelt. Zeichnerisch ist dieses Manga liebreizend zu betrachten. Teils wirken die Bilder so zerbrechlich wie ihre Protagonisten.

Leser-Wertung

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Thomas Breuer
Tot, aber unglücklich

Comic-Rezension von Thomas Breuer Jan 2019

Fällt eine Katze vom Himmel, möchte jeder Held sie retten. Stirbt der Held dadurch, ist das einen Darwin Award wert. In Harutos Fall, der Beginn eines neuen Lebens.

Todesursache: Katze

Schwere Schicksalsschläge musste Haruto Toma ertragen. Vor einem halben Jahr starb seine Familie durch ein Feuer. Traumatisiert wandelt er durch seine Stadt, ohne Erinnerung an sein Leben von früher. Bei der Rettung eines Kätzchens, das plötzlich vom Himmel fällt, stirbt Haruto. Doch der Engel der ihm erscheint, eröffnet ihm eine zweite Chance.

Seelenjagd zum guten Zweck

Harutos Tod war nicht beabsichtigt. Auch das gerettete Kätzchen entpuppt sich als unsterblicher Dämon, der mit dem Engel im Bunde steht. Damit die beiden Unglücksengel - beziehungsweise –dämonen - ihren Fehler ausbaden können, bieten sie dem frisch Gestorbenen an, weiter als Shinigami (Todesgott) entflohene Seelen von Sündern zu fangen. Ein weiteres Missgeschick der beiden Himmelswesen.

Zögerlich nimmt Haruto die neue Aufgabe an, mit der Schattenseite, dass auch gute Absichten schwer auf den Schultern lasten.

Alle lieben Haru

Fast fanatisch wirkt die Fixierung auf den Todesgott dieser Geschichte. Er ist ein armer Junge. Er hat eine schwere Bürde zu tragen. Sieht aus wie ein Gott. Die Luft knistert förmlich, wenn Haruto nur in der Nähe ist. Doch gewinnt der Leser das Gefühl, dass das Umfeld den armen Jungen immerzu mehr einengt und belastet, anstatt ihn aus seiner düsteren Gefühlswelt zu befreien.

Den falschen Job erwischt

Dass Sünderseelenjagen womöglich nicht der richtige Job für einen schicksalsgebeutelten jungen Mann ist, daran zweifeln im Laufe der Geschichte auch Shiro und Kuro. Dies sind die Namen, die Haruto seinen himmlischen Begleitern gibt. Es tut den beiden immer wieder Leid, ihren Shinigami diese Last aufzubürden, dennoch sind sie auf ihn angewiesen. Nur Haruto hatte die nötigen Voraussetzungen dafür. So kommt es vor, dass der Todesgott seine Pflichten erfüllen muss. In diesem Band exakt zweimal.

Macht er die Sache gut? Für Engel und Dämon ja. Für den Leser ist die Sache allerdings schnell vorbei. Denn auch wenn der Seelenträger erlöst wird, beginnt das weitere gefühlsergreifende Drama. Schlimm ist, erfährt die Seele eine Erlösung, geschieht dies nicht beim Lesen. Das Irritierenste während des Lesens ist, was für Seelen sind überhaupt aus diesem Himmelskerker ausgebrochen? Für den europäischen Leser ist es sehr schwer einen Bezug herzustellen, wenn ein japanischer Held aus dem xten Shogunat auf Erden wandelt und Menschen tötet. Das Schrägste, er leidet unter seinen Taten. Dieser Fluch wird - damit ist das Schuldgefühl gemeint - an den Erlöser weitergegeben. Klingt fast wie die japanische Version der Erbsünde. Obwohl… wird bedacht, dass es sich dabei um eine Ballad Opera handelt, ergibt die Geschichte einen Sinn.

Was ist eine Balladen Oper?

Mag dieser Name möglicherweise fremd klingen, entpuppt er sich als eine alte europäische Variante eines Bühnenstücks. Grundsätzlich handelt sich dabei um ein satirisches, dramatisches Opernstück. Vor allem beliebt im 18. Jahrhundert. Eine kurze Erklärung findet sich genauso in diesem Manga. Leider fehlt es, zumindest in diesem Band, an Satire und überwiegt durch opernhafte Tragik.

Zeichnerisch erfüllt diese Oper eine harmonische, teils farbliche, Schau, die gern betrachtet wird. Inszenatorisch gleicht dieser Manga einer Staatsoper auf einer Volksbühne. Entweder das falsche Publikum - in diesem Fall der Leser - oder das falsche Theater.

Fazit:

In der falschen Oper zu sitzen macht keinen Spass. Mag die bildliche Betrachtung schön zum Ansehen sein, bleibt der Hintergedanke im falschen Stück zu sein. Dramaliebhaber finden dennoch eine tiefe, emotionale Freude bei diesen Manga. Alle anderen Leser benötigen vielleicht eine Filmspritze Marke „Terminator“ um ihren Hormonhaushalt auszugleichen.

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