Couch-Wertung

6
Story
Zeichnung

Story

Schönes, spannendes Crossover, dass sich jedoch durch eine sprunghafte Erzählweise viel von seiner Qualität nimmt.

Zeichnung

Die Bilder bringen die Kälte und Dunkelheit Alaskas nach Hause. Stellenweise wirken die Zeichnungen jedoch etwas steif und unruhig.

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Niklas Ellersiek
Vom nicht kommenden Morgen und nicht endenden Morden

Comic-Rezension von Niklas Ellersiek Jan 2018

Zwei FBI-Agenten haben eine lange Nacht vor sich: Die Hoffnung auf einen kleinen Lichtstrahl der das Grauen in dieser Geschichte vertreibt, bleibt unerfüllt. Dieses Crossover zweier Klassiker versprüht Kälte und Dunkelheit.

In Wainwright geht das Grauen um. Das kleine Dorf in Alaska ist ungewollt die Bühne für einen grotesken Massenmord geworden. In den Schneemassen entlang einer einsamen Landstraße werden mehrere enthauptete Menschen gefunden die auf makabre Weise an einen Pfahl „gefroren“  wurden. Da die örtliche Polizei nicht weiß, wer ein solches Schreckensszenario kreieren konnte, werden zwei Spezialisten nach Wainwright beordert. Fox Mulder und Dana Scully sollen den Fall schnellstmöglich lösen. Dass diese Mordserie ausgerechnet in den arktischen Winter fällt, in dem sich die Sonne 30 Tage lang nicht blicken lässt, machen die Ermittlungen nicht leichter. Während das Duo nach weiteren Hinweisen sucht, füllen sich die Leichensäcke. Alle Opfer wurden enthauptet und auf entsetzliche Weise zur Schau gestellt. Außerdem fällt den beiden Ermittlern etwas Eigenartiges auf. Die Leichen sind annährend blutleer.
Die bodenständige Scully geht von einem oder mehreren Serienkillern aus. Mulder hat hingegen seine ganz eigenen Theorien. Als die beiden dann auch noch auf ein altes Frachtschiff im Packeis stoßen, beginnt auch Scully an ihrer weltlichen Idee zu zweifeln. Der Frachter ist voller Leichen. Als sie dieses schwimmende Schlachthaus hinter sich lassen und mit einem Hubschrauber zurück nach Wainwright fliegen, verdichtet sich hingegen Mulders Theorie. Urplötzlich wird der Helikopter von einem Menschen mit übernatürlichen Kräften angegriffen. Sie schaffen es den Unbekannten zu überwältigen, stürzen aber dennoch ab. Was ist geschehen? Inmitten der arktischen Schneewüste müssen sie anscheinend nicht nur die Kälte und die ewige Nacht fürchten.

Sprünge in der Geschichte sind schwer nachzuvollziehen

Das Crossover zweier Klassiker aus dem Horror bzw. Mystery Genre wurde in die passenden Hände gelegt. Der Autor Steve Niles schrieb schon die originale Geschichte zu „30 Days of Night“. Unterstützt wurde er von Adam Jones, der Musikfans vielleicht als der Gitarrist der Metalband „Tool“ bekannt ist.
Niles ist natürlich bestens mit der Materie rund um die Vampire in Alaska vertraut. Fans des Originals können daher eine ähnliche Stimmung erwarten in die sich auch die Protagonisten aus „Akte X“ gut einfügen. Fans der Mystery-Serie dürfte wiederum gefallen, dass Mulder und Scully bekannte Charakterzüge zeigen. So hat Mulder schon eine spektakuläre Theorie entwickelt, während Scully immer noch an ihrer klassischen Ermittlungsarbeit festhält. Dieser vertraute Kontrast treibt den Liebhabern natürlich ein Schmunzeln ins Gesicht. Insgesamt ist die Geschichte sehr schnell und kurzweilig geschrieben. Daher ist der Spannungsfaktor garantiert. Allerdings bringt Niles bis auf die zwei legendären FBI-Agenten kaum etwas Neues mit in die Geschichte. Das Szenario ist das gleiche wie in „30 Days of Night“. Eben ein entlegenes Dorf, das von Vampiren heimgesucht wird. Zum Teil, wird zwar versucht dieses Problem mit einer Art „Übergegner“ zu lösen. Doch scheint Dieser etwas fehl am Platz zu sein, da er die Story nicht wesentlich beeinflusst. Dieser Antagonist hinterlässt eher ein großes Fragezeichen.  Durch die schnelle Erzählweise, sind auch die Ortssprünge nicht immer gleich ersichtlich, was einem besonders bei den spannenden Stellen negativ ins Auge fällt.
Ein „Aha-Effekt“ zum Ende der Geschichte bleibt natürlich nicht aus und hinterlässt ein gutes Gefühl beim Zuschlagen der letzten Seite.

Stellenweise Ähnlichkeit mit bekannten Vampirfilmen

Tom Mandrakes Zeichnungen versuchen beide Welten passend darzustellen. Mulder, Scully oder andere Charaktere aus dem „Akte X“ Universum sind gut zu erkennen.  Die Seitengestaltung ist in den actionreichen Szenen sehr dynamisch und bricht aus dem klassischen „Panelschema“ aus. Mandrake liebt es, seine Hintergründe nur „anzuschrafieren“ und Details mit Texturen hinzuzufügen. Das verleiht seinen Bildern auf der einen Seite eine gewisse Räumlichkeit und Haptik, auf der anderen Seite wirken die Zeichnungen dadurch sehr unruhig. Im Gegensatz dazu wirken die Protagonisten sehr ausgefeilt und fast schon zu glatt. Das gibt Mulder und Scully leider oft eine gewisse Steife und nimmt das Leben aus ihren Bewegungen.
Mandrake gestaltet jedoch auch ein paar Seiten die es in sich haben und perfekt inszeniert sind. Zum Teil erinnern Szenen sogar an bekannte Vampirfilme wie „Nosferatu“.

Fazit:

Crossover Comics haben oft die Eigenschaft den Leser erst zu locken und ihn am Ende etwas verloren dastehen zu lassen. Leider ist das auch hier der Fall. Erwartet wird ein Kampf zweier starker Kontrahenten. Im Endeffekt gleitet dieser Kampf jedoch in eine eher gewöhnliche Horror Story ab. Die Geschichte ist zwar spannend, weist aber keine besonderen Highlights auf. Durch große Sprünge beim Erzählen fehlt es der Geschichte an einem gewissen Fluss. Alles in Allem ist dieser Comic eher im soliden Mittelfeld einzuordnen bietet aber dennoch einen schönen Mix der Spaß bereitet.

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