Couch-Wertung

8
Story
Zeichnung

Story

Interessante Aufarbeitung einer klassischen Abenteuergeschichte. Durch den Mix verschiedener Genres entsteht etwas, dass aus der Masse hervorsticht.

Zeichnung

Spannende Inszenierung der Bilder. Die Doppelseiten wirken gewaltig. Beim nächsten Gang in die Badewanne bleibt ein ungutes Gefühl.

Leser-Wertung

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Niklas Ellersiek
Ein klassisches Abenteuer mit neuen Elementen

Comic-Rezension von Niklas Ellersiek Jan 2018

Und der Haifisch der hat Zähne: Und was für welche. Die Comic Reihe „Carthago“ lässt Urzeitmonster aus den Tiefen des Meeres auferstehen. Als das Wissen um diese Wesen publik wird, dauert es nicht lange bis eine wilde Hetzjagd auf die Tiere beginnt.

„Carthago“, das ist ein Unternehmen das Gas und Erdöl in großem Stil fördert. Bei einer Bohrung in den Tiefen des südpazifischen Tongagrabens, entdecken Taucher der Firma eine riesige Unterwasserhöhle mit einem in sich geschlossenem Ökosystem. Zu ihrem eigenen Leidwesen müssen die Taucher feststellen, dass dort unten nicht nur harmlose Fische hausen. Die Mitarbeiter werden von einem riesigen Hai angegriffen. Alle Taucher sterben. Eine Obduktion der Leichen offenbart eine beunruhigende Erkenntnis. Bei dem Angreifer handelt es sich um einen, eigentlich längst ausgestorbenen, Megalodon. Ein gigantischer Vorfahre des Weißen Hais.

Carthago beschließt diese Entdeckung nicht Publik zu machen, da diese Sensation auch das Ende der Bohrungen im Tongagraben bedeuten würde.

Fast 20 Jahre später wird in einer Lagune der Vulkaninsel Fortuna ein ähnliches Ökosystem gefunden. Als sich die Ozeanologin Kim Melville mit ihrer Tochter und ihrem Team aufmacht um die Lagune zu erforschen, lassen die Wunder nicht lange auf sich warten. Während ihrer Expedition stoßen sie auf mehrere Megalodons und einen urzeitlichen Unterwassersaurier. Bei einem dieser Tauchgänge wird das U-Boot von einem Megalodon angegriffen und die Mannschaft sinkt auf den Grund der Lagune. Eine Rettung scheint aussichtslos. Doch wie aus dem Nichts wird die Crew zurück an die Oberfläche gezogen. Dahinter steckt ein Mann der „Der Hundertjährige“ genannt wird. Diese mysteriöse und einflussreiche Figur ist ein Sammler obskurer Objekte. Sein Augenmerk liegt dabei besonders auf der Kryptozoologie. Er hat sich vorgenommen als erster Mensch einen Megalodon zu fangen und benötigt dazu die Fähigkeiten von Kim Melville. Damit die Ozeanologin einwilligt hat „Der Hundertjährige“ Kims Tochter, Lou, entführt. Diese scheint in einer besonderen Beziehung zum Meer und deren Bewohnern zu stehen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn auch andere Jäger haben von der Existenz des Monstrums erfahren. Als dann ausgerechnet der Bruder des Hundertjährigen als Erster einen Megalodon fängt muss „Der Hundertjährige“, stark in seinem Ego gekränkt, das Handtuch werfen. Alle kehren in ihren Alltag zurück. Doch das Abenteuer hat die Beteiligten noch fest in seinem Griff. Auf einmal tauchen auf der ganzen Welt lebende Fossilien auf, es gibt ein Massensterben der Meeressäuger und es werden Überreste einer versunkenen Stadt gefunden.

Dann erkrankt Lou schwer an einem seltsamen Fieber. Die Ärzte sind ratlos. Langsam verdichtet sich der Verdacht, dass alle Ereignisse zusammenhängen.

Menschen gegen Natur

Cristophe Bec überzeugt in „Carthago“ mit einer komplexen Abenteuergeschichte. Interessant ist dabei der Mix aus verschiedenen Genres. Grundsätzlich ist die Geschichte eher ein klassisches Abenteuer wie man es aus „Indiana Jones“ kennt. In dieser Geschichte werden jedoch auch Element aus dem Sci-Fi Genre verwertet. Besonders die Gestalt des „Hundertjährigen“ und seine Technologie zur Erforschung des Megalodons erinnern an eine weit entfernte Zukunft. Durch die Thematik von versunkenen Städten und der Kryptozoologie erhält Carthago auch noch einen Hauch von Mystery.

Bec versucht, so weit es geht, wissenschaftliche Erkenntnisse zu verwerten. Um eine spannende Dramaturgie zu gewährleisten gelingt dies natürlich nur sehr begrenzt. Die Fakten um den Megalodon und andere urzeitliche Bewohner des Meeres werden gerne  etwas ausgebaut.

Die Charaktere in dieser Geschichte durchlaufen eine interessante Entwicklung und überzeugen mit ihren Eigenarten.

Gelungen ist auch der Aufbau und Strukturierung der Geschichte. Schnelle Orts- und Zeitsprünge, erzeugen eine dynamische Erzählweise, der man aber dennoch sehr gut folgen kann.

Gelungene Inszenierung eines Mysteriums

Bis zu dem zweiten Band entstanden die Zeichnungen von Eric Henninot. Der dritte, vierte und fünfte Band wurde von Milan Jovanovic gestaltet. Obwohl beide Zeichner einen unterschiedlichen Stil haben, gelang Jovanovic die Anpassung seiner Zeichnungen an den vorgegeben Stil von Henninot nahezu reibungslos. Der Stil von Henninot überzeugt letzten Endes jedoch ein wenig mehr. Seine Zeichnungen wirken gefestigter und detaillierter. Dabei wählt er gelungene Bildeinstellungen die oft ohne viel Text auskommen. So ist die Inszenierung des Angriffes eines Megalodons auf einen Katamaran sehr gelungen. Der Hai steht dabei selten im Vordergrund. Er wirkt als dunkler Schatten im Meer aber umso bedrohlicher und ist auch in anderen Szenen intelligent in Szene gesetzt. Man kann sich sehr gut in die Situation hineinversetzen und spürt schon fast die kalte Meeresbrise im Gesicht. Jovanovics Zeichnungen wirken loser und haben zum Teil einen skizzenhaften Charakter. Beide Zeichner lassen ihren Bildern jedoch Platz zum Atmen. So gibt es öfters bildgewaltige Doppelseiten die mit ihrem Detailgrad und ihrer Kolorierung überzeugen. Selbst beim mehrmaligen Betrachten entdeckt man neue Rafinessen.

Fazit:

„Carthago“ ist eine Darstellung vom Kampf des Menschen gegen die Natur. In dieser Geschichte scheint der Mensch jedoch weit unterlegen zu sein. Das ist sicherlich kein unbekanntes Motiv und erinnert stark an Frank Schätzings „Der Schwarm“. So ist es sicherlich auch nicht dem Zufall überlassen, dass der „Hundertjährige“, der auf seine Weise eine Nemesis in dem Megalodon gefunden hat, Ähnlichkeiten mit Kapitän Ahab aus „Moby Dick“ aufweist. Auch in diesen Bänden wird deutlich wie klein der Mensch gegen die Macht der Natur wirkt. „Carthago“ ist aber dennoch lesenswert und keinesfalls ein Abklatsch der Werke die sich einem ähnlichen Thema gewidmet haben. Vielmehr stillt es ein wenig den Durst nach dem Unbekannten und Abenteuer.

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